Von Hans-Erich Nossack

Es handelt sich nicht um eine Geschichte, sondern um ein Bild des Malers Rudolf Caspar Neher, das gerade erst fertig geworden war, als ich ihn besuchte. Während wir über die Möglichkeiten sprachen, die uns in dieser zerstörten Stadt blieben, welche nur darüber zu jammern wußte, daß für dies und das keine Genehmigung zu erhalten wäre, statt das zu tun, was keiner Genehmigung bedarf, und die nichts als Abwarten predigte – ja, wir haben uns darüber einig, daß wir uns unbeschadet unserer zählbaren Jahre zu den Jungen zu rechnen hätten, und zwar mit voller Verantwortlichkeit, solange keine Jüngeren auftraten, die an der erschöpften Haltung der heutigen Menschen vorbei in die Zukunft schritten – währenddessen fiel mein Blick wieder und wieder auf dies Bild, das mir gegenüber im Halbdunkel an der Wand hing.