Das Berliner Stadtkontor, heute mit den als Filialen fungierenden Bezirksbanken die Bank Berlins, hat die Genehmigung erhalten, die Vereinsung (bisher 1 v. H.) der laufenden Einlagekonten einzustellen. Das zinslose Giralgeld, um dessen Notwendigkeit und bankpolitische Möglichkeit in früheren Jahren oft gestritten worden ist, wird hier also unter dem Zwang der Verhältnisse zur Wirklichkeit. Auf 1,41 Mrd. RM beliefen sich Ende März die Gesamteinlagen des Stadtkontors, auf nur 123 Mill. RM anderseits die gewährten Kredite und auf 1,40 Mrd. RM die Barmittel. Wenn nach alter Bankenregel Liquidität stets Geld kostet, so muß sie geradezu unerträglich teuer werden, wenn sie wie hier 92 v. H. der fremden Mittel erreicht. Mangels Börsen-, Emissions- und Devisengeschäft wie infolge Fehlens oder zum mindesten Unzulänglichkeit sonstiger ertragreicher Dienstleistungsgeschäfte hat das Institut auch keine Möglichkeit, die Kosten der Zahlungsbereitschaft "in sich" aufzubringen, d. h. für die Gesamtrentabilität unfühlbar zu machen.