von Eberhard von Vietsch

"Was wird das für eine Ratlosigkeit geben hernach, wenn alle die gläubig hingenommenen Begriffe von den Sockeln, auf denen man sie ausgestellt hat, abgenommen sein werden, und die verwirrt Überlebenden an die verlassenen Gesetze des innersten Daseins sich wieder werde anschließen wollen. Kann‘s denn keiner hindern und aufhalten? Warum gibt es nicht ein paar, drei, fünf, zehn, die zusammenstehen und auf den Plätzen schreien: ,Genug!‘ und erschossen werden und wenigstens ihr Leben dafür gegeben haben, daß es genug sei, während die draußen jetzt nur noch untergehen, damit das Entsetzliche währe und währe und des Unterganges kein Absehen sei. Warum gibt es nicht einen, der es nicht mehr erträgt, nicht mehr ertragen mag, schrie er nur eine Nacht lang mitten in der unwahren, mit Fahnen verhängten Stadt, schrie und ließe sich nicht stillen, wer dürfte ihn deshalb Lügner nennen? Wie viele halten diesen Schrei mit Mühe zurück – oder nicht?"