Die Demokratisierung der Verwaltung soll nach Absicht der Militärregierung vollständig sein. Durch die von der Bürgerschaft gewählten politischen Gruppen soll die Stadtvertretung und von dieser wiederum ihr Vorstand, der politische Bürgermeister, bestimmt werden. Diese Konstruktion ist in der deutschen Verwaltungsgeschichte neu. Nach den alten Gemeindeverfassungsgesetzen war der Bürgermeister zwar gleichfalls von der Bürgerschaft zu wählen. Seine Rechtsstellung aber war nicht die eines Politikers, der beim Wandel der politischen Machtverhältnisse sein Amt jederzeit wieder verlieren kann, sondern die des Beamten. Als Wahlbeamter mußte er sich der Zustimmung seiner Stadtverordneten in ständiger politischer Fühlungnahme versichert halten. Als Festbesoldeten, auf zwölf Jahre Angestellter aber, genoß er wiederum eine gewisse Unabhängigkeit. Das war ein System, das Deutschland eine große Zahl berühmter Oberbürgermeister gegeben hat, die nicht nur als Kommunalpolitiker, sondern auch als Staatsmänner, Wirtschaftsführer und Wissenschaftler Bedeutendes geleistet haben.