König Viktor Emanuel von Italien hat abgedankt. Er hat das Reich seinem Sohn Umberto überlassen, der schon seit längerem die verfassungsmäßigen Rechte der Krone als Generalstatthalter vertritt, und ist vollends Privatmann geworden. Das bedeutet keinen neuen Kurs und keine grundsätzliche Entscheidung. Es ist nichts weiter als die formale Bestätigung eines Zustandes, der im April 1944 mit dem Rückzug des Königs aus dem politischen Leben herbeigeführt wurde. Der Savoyer hat diesen Schritt damals nicht freiwillig vollzogen. Zwei ernste Krisen, die in der Verweigerung der Zusammenarbeit mit dem König durch die Kabinette gipfelten, haben ihn dazu gezwungen. Die Linke hat in dem resignierten Zurückweichen der Majestät ein Signal zu angefachter Propaganda für die Republik gesehen, die königstreue Rechte hat mit chevaleresken, kavalierhaften, aber durchsichtigen Argumenten die Staatsklugheit gerühmt, die darin zum Ausdruck kommen sollte. Offiziell hat es geheißen, der König habe es seinem Volke erleichtern wollen, einen Weg in die Zukunft zu finden.