Vor einem Jahr übernahm ein Hamburger Kaufmann, Rudolf Petersen, die Regierung der Hansestadt. Schweres lag hinter ihr, wenn ihr auch das Äußerste, die sinnlose Verteidigung und damit völlige Zerstörung erspart blieb. Dunkel lag die Zukunft vor ihr. Befürchtungen erfüllten die Bewohner. Die Ernährung drohte zu stocken, Plünderungen und Verfall der Währung schienen unvermeidliche Folgen des unglücklichen Krieges.

Woher nahm der neue Bürgermeister Petersen den Mut, unter diesen Verhältnissen die Aufgabe anzupacken, auf Ruinen und Schutt neues Leben zu wecken? Er hat es selbst ein Jahr nach Übernahme seines Amtes ausgesprochen, daß er während der ersten Monate nahe daran war, diesen Mut zu verlieren. Was ihn trug, war die Tradition des Hamburger Kaufmannsstandes, mit seinen Erfahrungen und seiner Initiative, mit dem in der Fremde geweiteten Blick, mit seiner Kenntnis der angelsächsischen Welt und ihrer demokratischen Einrichtungen, eine Tradition, die sich gerade in Petersen am besten und klarsten verkörperte.