Der Krieg ist noch nicht lange genug vorüber, als daß wir einen Film mit ihm als Hintergrund mit ungeteilten Empfindungen ertragen könnten. Das deutsche Volk, das gerade dabei ist, seine Erinnerungen an den Krieg und alle militärischen Gefühle zu begraben, erträgt es schlecht, auch noch im Kino durch am Filmhimmel vorüberziehende Bombengeschwader an jene Tage erinnert zu werden, die am Ende den Krieg gegen Deutschland entschieden. Deshalb zuckt der Zuschauer vor dem englischen Film "Cornwall Rhapsodie" (in Hamburg) schmerzlich zusammen (nicht nur deshalb, wie sich noch herausstellen wird); wenngleich ihm mit diesem Blick auf die "andere Seite" demonstriert wird, daß auch drüben während der Auseinandersetzung mit dem Gegner jenseits aller Problematik und persönlicher Wünsche die soldatische Pflichterfüllung für das Vaterland vor dem Gewissen des einzelnen als gültiges Gesetz steht, was dem jungen ehemaligen Soldaten hier im deutschen Kino Erlösung aus Gewissensnöten um Schuld und Reue bedeuten könnte.