Von Ernst Samhaber

Vor zehn Jahren, am 8. Mai 1936, starb Oswald Spengler. Heute, da über uns ein Weltuntergang hereingebrochen ist, der unsere Städte zerklagen, unser Hab und Gut vernichtet, die Zukunft mit Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit verhängt hat und die abendländische Kultur in ihren Grundfesten zu erschüttern droht, steht uns der Philosoph des "Untergangs des Abendlandes" näher denn je zuvor. Fast möchte es scheinen, daß wir ihn heute eher zu verstehen bereit sind als noch vor einem Jahre, da manche unter uns sich der eitlen Erwartung hingaben, ein neues, schöneres Zeitalter sei mit dem Siege der Vernunft und der Demokratie angebrochen, in dem wir sofort als gleichberechtigte Glieder der großen erdumspannenden Völkergemeinschaft aufgenommen würden.