Der alte Mann mit der gedrungenen Gestalt und dem weißen Spitzbart, mit der Adlernase und dem an die Ferne verlorenen Blick ist nicht etwa der Kapitän eines Elbkahns. Die biedere Hoheit seiner Gesten kommt vielmehr aus einem anderen Primat der Fahrenden. Er ist das Oberhaupt einer Zigeunerfamilie, und da der Besucher sich ihm nähert, legt er die Peitschenschnur, an der er herumgeflickt hat, feierlich beiseite. Und jetzt bemerkt der Gast, daß nachtschwarze Augen in einem verwitterten Greisengesicht glühen, dem stahlblaue Seemannsaugen besser anstehen würden. Der alte Zigeuner erhebt sich würdevoll von dem Holztreppchen des Wohnwagens, dessen verblichenes Grün seltsam kontrastiert zum frischen Grün des Buschwerks ringsum. Und mit einer Grandezza sondergleichen legt er grüßend eine feingliedrige, wenn auch erstaunlich schmutzige Hand an einen uralten, wahrhaft ramponierten Hut, den er indessen erstaunlich keck auf den Schädel mit dem vollen, schneeweißen Haar gesetzt hat. So huldvoll-feierlich müssen Indianer in klassischer Karl-May-Zeit. gelächelt haben, wenn Besucher vom Range eines Old Shatterhand sich dem Stammeslager näherten. Das ist Heinrich Franz, ein Angehöriger jenes Wandervolkes, das unser gutes, altes Meyer-Lexikon mit Recht "rätselhaft" nennt.