Bücher sind heute eine Kostbarkeit. Ist ihr Mangel zu beklagen? Ist er nachteilig für unsere künftige geistige Erziehung? Pädagogen und Schüler, Leser und Leserinnen stimmen in diese Klage ein. Von einem berühmten Mann erzählten sich seine Mitbürger, daß er als Knabe in seiner entlegenen ostpreußischen Vaterstadt in jedes Haus gestürzt sei, auf dessen Fensterbank er ein Buch erblickt hatte, denn in der Wohnung der Eltern gab es wenig Bücher: so erwarb sich Johann Gottfried Herder das Rüstzeug für seine Gelehrsamkeit. Und ein Schuhmachersohn aus Stendal bettelte sich von Haus zu Haus bis Hamburg durch, um bei einer Versteigerung einige griechische Klassiker zu erwerben; er verzichtete noch als Schulmann im Amt auf warmes Mittagessen, um die Taler zur Reise nach Leipzig und zum Ankauf der Neuerscheinungen auf der Buchmesse zu sparen; er entdeckte uns später Griechenland und hieß Winckelmann.