Als sich am 1. April dieses Jahres in den Mauern um Deutschland eine Tür öffnete, als Briefe und Karten durch sie in die Welt hinaustreten konnten, da durfte auch ein Brief von meiner Hand auf die Reise gehen. Ein Brief an Hermann Hesse, Montagnola, Schweiz.

Mein Brief war ein Privatbrief, der von mir und meinen Erlebnissen berichtete, dort anknüpfend, wo im Krieg, Ende des Jahres 1944, der Postweg zwischen uns durch die sich überstürzenden Ereignisse unterbrochen worden war. Aber mein Brief enthielt auch Fragen. Was aus Deutschland geworden sei? Und ob es auch faßbar, denkbar, fühlbar sei, daß einst ein Goethe, Hölderlin, Beethoven, Mozart – Deutschland waren? Aber wer ist da, was ist da an Kräften?