Berlin. Anfang Mai

Das Verhältnis des Lesen zum gedruckten Wort ist voll merkwürdiger Widersprüche. "Alles Schwindel!" kann man den Berliner sagen hören, wenn er seine Zeitung zusammenfaltet und umständlich in die Tasche steckt. "Alles Zeitungsquatsch! Will keiner mehr wissen." Damit zieht er seines Weges fort, um sich eine neue Zeitung zu kaufen. Ist sie noch nicht da. so wird sich der Berliner in die Schlange stellen und geduldig warten, bis sie kommt – und inzwischen Zeitung lesen.

Es ist eine Sache zum Nachdenken. Sie haben keine Zeit, sie haben kein Geld, und sie, "wollen es nicht wissen" Aber sie opfern Zeit und Geld und selbst die Skepsis, um zu vier Seiten bedruckten Papiers zu kommen, das morgen vielleicht nur noch Haushaltswert besitzen wird. Warum lesen sie mit solcher Leidenschaft wenn alles Schwindel ist? Glauben sie ihrer Zeitung, oder glauben sie ihr nicht?