Von Fred Hamel

Vor dreißig Jahren, am 11. Mai 1916, ist Max Reger gestorben. Dennoch heißt über ihn zu schreiben, nicht eines Toten zu gedenken. Es heißt, sich zu einem Lebendigen zu bekennen. Und um zu ihm zu gelangen, müssen wir von uns ausgehen.

Ein Abstand von dreißig Jahren ist dazu gerade der rechte. Es ist wichtig, daß uns just ein Menschenalter von Reger trennt. Anfang und Ende dieses Zeitraums sind durch Weltkriege bezeichnet. Zweinal tobte der Orkan auch über das europäische Geistes- und Kulturleben dahin und stellte seine Fundamente in Frage. Suchten wir die Krise nach km ersten Krieg, der uns noch schonend behandelte, durch ein gesteigertes und selbst ein über die Stränge schlagendes Lebensgefühl zu überwinden. so bleibt uns nach dem zweiten, der alles zerbrochen hat, nichts als ein tiefer Ernst und eine einzige heiße Sehnsucht, die Sehnsucht nach dem Wesentlichen.