Das deutsche schaffende Volk begeht den 1. Mai wieder als Feiertag der Arbeit ohne Zwang, ohne Phrasen und ohne Überheblichkeit, im großen Bekenntnis zu Freiheit und Verbundenheit der Völker. Aus dem deutschen Nationalfest ist wieder der Tag der Völkerverständigung’ geworden.

Das war der alte Sinn des 1. Mai, den die Arbeiterbewegung in der ganzen Welt ihm gegeben hat. Schreckliches ist seitdem geschehen. In Deutschland wurde dieser Tag entweiht durch Haß und niedere Leidenschaften, die im Nachbarn nicht den Bruder, sondern den Feind sahen. Aber haben wir uns heute von diesem Geiste der engstirnigen Selbstüberhebung, der kleinlichen Betonung unseres Ichs völlig freigemacht? Oder hat die Not uns nicht noch tiefer gebeugt, eingesponnen in Sorgen, Mühen und Plagen? Fühlen wir uns nicht mehr denn je gedrückt, ausgebeutet, mißachtet?