Von Fritz Krischen

In unserer Stadt – es ist nicht Hamburg – wird jetzt manchmal von einer kommenden Volkshochschule gesprochen. Was mir in diesen Monaten von Verlautbarungen über Wesen und Ziele der Volkshochschule zu Ohren gekommen ist, scheint mir aber im Begriff so unscharf und in den Absichten so überwiegend politischer Natur zu sein, daß es vielleicht angebracht ist, eine Aussprache über einen Gegenstand anzuregen, der unzweifelhaft allgemeine Teilnahme und gewissenhafte Behandlung verdient.

Wenn das Wort "Hochschule" nicht bloß eitle Spielerei sein soll, so muß man sich zunächst über seinen eigentlichen Wortsinn verständigen. Kurz gesagt ist die Hochschule dazu da, unser Wissen zu vermehren, die Schule, es zu verbreiten. Es wird also der Hochschüler an dem Werden und Wachsen der Wissenschaft unmittelbar, nach Möglichkeit sogar tätig mitwirkend beteiligt, während der Schüler der andern Schulen lediglich ein Empfangender ist. Der Volkshochschule wirkliche Hochschullehrer, nämlich schöpferische Sonderfachleute zu verschaffen, ist ohne weiteres angängig; schwieriger ist die Frage, wie denn der Volkshochschulen als schöpferisch mitwirkend gedacht werden könnte, auch wenn man sinngemäß höhere Anforderungen an ihn stellt als an den Volksschüler.