"Die Lohn- und Preisfront ist eingedrückt, nicht durchbrochen", lautet die Formel, die Präsident Truman als Ergebnis des Kompromisses in der Lösung des Stahlarbeiterstreiks geprägt hat. Die Löhne sind erhöht worden, sogar um die vollen 18,5 Cents die Stunde, die Truman vorgeschlagen hatte, aber die Stahlindustriellen haben das Recht erhalten, ihre Stahlpreise entsprechend hinaufzusetzen.

Seit 1942 führt die Verwaltung der Vereinigten Staaten einen verzweifelten Kampf. Löhne und Preise zwar nicht starr zu halten, ihr Hinaufschnellen jedoch. auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Zu schrecklich steht vor aller Augen noch die Erinnerung an den ersten Weltkrieg, in dem die Löhne – und selbstverständlich auch die Preise – auf mehr als das Doppelte im Durchschnitt, in vielen Fällen auf das Dreifache der Vorkriegszeit stiegen, um dann im fahre 1921 mit unaufhaltsamer Wucht ins Bodenlose zu fallen. Der Sturm erfaßte fast die gesamte Wirtschaft. In seiner Lebensbeschreibung erzählt etwa Henry Ford, daß selbst er damals dem finanziellen Zusammenbruch nahe gewesen sei, obwohl er während des Krieges fast unbegrenzte Gewinne aufzuweisen hatte. Gewiß konnte sich damals die nordamerikanische Wirtschaft verhältnismäßig bald fangen. Auf dem Schlachtfeld blieben jedoch die zahllosen Opfer des Wirbelwindes. Der Ausfall von Arbeitsstunden, der Verlust an fehlgeleitetem Kapital, das in später stillgelegte Werke gelenkt worden war, und die persönlichen Katastrophen waren ein trauriger Fehlposten in der Bilanz jenes Jahres-