Auf den ergreifenden Brief von Bischof Wurm, der die geistige und leibliche Not des deutschen Volkes schildert, hat der Erzbischof von Canterbury geantwortet, ein Christ dem Christen. Ein Wort dieses hochherzigen Schreibens, das so hoch über allem steht; was menschlich und irdisch zu sein pflegt, scheint uns einen besonderen über den Tag hinausreichenden Sinn zu besitzen. "Die Regierungen der siegreichen Nationen tragen eine besondere Verantwortung" heißt es im Brief des englischen Kirchenfürsten, Eine besondere Verantwortung! Nach den sechs Jahren des Grauens und Entsetzens tragen wir alle diese besondere Verantwortung gegenüber der Welt, gegenüber der Zukunft und gegenüber uns selbst. Wir alle sind fest entschlossen, unsere ganze Kraft dafür einzusetzen, damit nie wieder ein derartiges Elend über die Erde gehen darf. Jeden Keim der Gefahr eines neuen Kriegen wollen wir ausrotten. Begnügen wir uns dabei nicht allzugern mit Äußerlichkeiten, mit den sichtbaren Werkzeugen des Krieges, den greifbaren Formen des öffentlichen Lebens, die zum Krieg führen können oder gar führen müssen? Wir richten die Blicke um uns, wo wir einen Ansatzpunkt finden können, der zum Ausgang einer Entwicklung zu werden vermöchte, die dann, Schritt für Schritt, uns noch einmal ins unabwendbare Verhängnis hineingleiten ließe, wenn wir nicht den ersten Anfangen Widerstand geleistet hätten.