Im Gegensatz zu den andern Besatzungszonen wurden Anfang Mai 1945 die Bankinstitute in der sowjetischen Zone geschlossen, die alten Einlagen und Sparguthaben gesperrt und für das Neugeschäft nur zentrale staatlich-provinzielle und städtische Institute zugelassen. Sie haben zweifellos an der Entwicklung des Wirtschaftslebens ihren gebührenden Anteil; ihre Einlagen zeigen eine starke Entwicklung, während die Ausleihungen dahinter zurückbleiben. Diese Entwicklung ist auf den Warenmangel, die Verkehrsnöte, Personalschwierigkeiten u a. zurückzuführen, hängt aber auch damit zusammen daß die eben erst geschaffenen öffentlichen Institute doch nicht über die Erfahrungen und Kenntnisse verfügen, wie sie für die Betreuung einer vielfältigen Kundschaft und deren Bedürfnisse erforderlich sind. Es hat sich auch in der kurzen Zeit des Bestehens nicht jenes Vertrauensverhältnis zwischen Bank und Kundschaft gebildet das bisher üblich war, auch nicht jener "Good will" der gerade für eine Bank von besonderer Wichtigkeit ist.