Fast in allen Ländern ist die Kohlenerzeugung stark zurückgegangen. Selbst England, vor dem Kriege das größte Kohlenausfuhrland der Erde, kann zur Zeit nicht einmal den eigenen Bedarf voll decken. Verschleiß oder Überbeanspruchung von Maschinen, Material und Menschen, sowie eine natürliche und menschliche Reaktion nach Jahren härtester Anspannung und Arbeit hat diesen Wandel herbeigeführt. Sehr viel ernster liegen die Dinge in Deutschland.

Von den großen Kohlenvorkommen der Vorkriegszeit fällt das zweitwichtigste, das schlesische, fort. Das Saargebiet arbeitet für Frankreich und nur teilweise für die Bedürfnisse der französischen und amerikanischen Zonen, die weiterhin hauptsächlich aus dem Ruhrgebiet beliefert werden. Die mitteldeutsche und sächsische Braunkohle liegt mit kleinen Ausnahmen in der russischen Zone, so daß für die britische Besatzungszone im wesentlichen nur der rheinisch-westfälische Raum, einschließlich Aachen, zur Verfügung steht.